Monday, August 15, 2005

Stoiber und die Mutlosen

Dass es in Deutschland viele "Mutlose und Frustrierte" gibt, ist leider eine Tatsache. Allerdings sind sie in Ost und West, Nord und Süd in so hoher Zahl vorhanden, dass sie gar nicht mehr ausgrenzbar sind, wie es die Herren Ministerpräsidenten Oettinger und Stoiber am liebsten tun würden. Oder wie grenzt man 88% der Berufstätigen in Deutschland aus, die laut dem renommierten Meinungsforschungsinstitut Gallup in ihrer Arbeitsmotivation zwischen "Dienst nach Vorschrift" und "innerer Kündigung" schwanken?Da konzentriere ich mich doch lieber darauf, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass dies anders wird. Zum Beispiel indem ich mich schon vor längerer Zeit dafür entschieden habe, meinen Blick immer wieder auf das zu richten, was gut läuft und es auch zu benennen. Das hat nichts mit rosaroter Brille zu tun, schließlich interessiert mich auch immer, was man noch verbessern kann. Aber indem ich diesen Blick trainiere, ermutige ich mich selbst und diejenigen, die ein kleines oder großes Stück eines Wegs mit mir gehen, immer wieder, das Beste einzusetzen. Mit "Erwische ihn, wenn er's gut macht!"* bringt der erfolgreiche Unternehmer und Altmeister der Management-Beratung, Ken Blanchard, diese Philosophie auf den Punkt.


*Zum Beispiel in seinem immer noch sehr lesenswerten Buch “Der Minuten-Manager: Führungsstile”, ISBN 3-499-19934-3

PS Dieser Artikel erschien auch als MoWoMo (=Motivationswort zum Montag) am 15. August 2005 auf www.stressfrey.de

Friday, August 12, 2005

Hannawald

Vor ein paar Tagen ging die Meldung durch die Medien, dass der Skispringer Sven Hannawald seine Karriere nun endgültig beendet hat. Die Gedanken, die mir dabei kommen, sind durchaus zwiespältig. Einerseits habe ich hohen Respekt vor der Entscheidung, die zumindest die interessierte Sportöffentlichkeit schon lange erwartet hat. Andererseits drängt sich der Eindruck auf, als ob sein Burnout-Syndrom nicht wirklich überwunden sei sondern lediglich der unmittelbare Auslöser, die mit dem Leben eines Spitzensportlers und Sportidols verbundenen Belastungen, verschwunden ist. Aber hat sich auch die Bewertung dieser Belastungen, die bei weitem wichtigste Zutat für die Entwicklung des Burnout-Syndroms, verändert? Da habe ich so einige Zweifel.

Saturday, August 06, 2005

Reparaturkosten

Heute morgen mein runderneuertes Mountainbike vom Fahrradgeschäft geholt. 98 Euro. Tut schon weh. Aber was ich in Coaching und Training predige, gilt hier auch für mich. Ich selber entscheide, wie lange es weh tut. Und so entscheide ich eben nach wenigen Pedalumdrehungen, dass es jetzt lange genug weh getan hat. Schließlich war der Preis für das, was gemacht werden musste, absolut ok und außerdem ist nachher kein müder Euro mehr auf meinem Konto, wenn ich mich in meinem Schmerz über das nicht mehr vorhandene Geld suhle. Außerdem kann ich meine Kraft, auch die Kraft meiner Gedanken, nun wirklich für Wichtigeres einsetzen als für Dinge, die ich mit Sicherheit nicht mehr ändern kann.

Friday, August 05, 2005

Es ist nicht entscheidend was passiert...

Freitag, zweitletzter Arbeitstag der Woche. Heute allerdings wird er etwas reduziert sein. Erstens wird mein kleiner Sohn heute zwei Jahre alt und zweitens werden wir heute nachmittag noch auf der Hochzeit einer Freundin meiner Frau Martina erscheinen.
Apropos Hochzeit. Als vor fast vierzig Jahren die US Army zwei Stressforscher gebeten hat, eine Punktetabelle für Rekruten, die nach Vietnam entsandt werden sollten, zu entwickeln, haben diese die eigene Hochzeit eines GIs mit 50 (von 100) Stresspunkten bewertet. Ärger mit dem Chef wurde lediglich mit 23 Punkten taxiert. Wer die Grenze von 300 Punkten überschritten hat, wurde nicht eingezogen, weil dann, so die beiden Forscher, das Risiko, im Krieg zu fallen, signifikant erhöht war.

Die beiden Forscher haben sich damals lediglich mit stressauslösenden Ereignissen (Stressoren) befasst. Heute allerdings wissen wir, dass es viel entscheidender ist, wie wir uns zu den Dingen stellen. Das heißt, die moderne Stressforschung hat etwas entdeckt, was vor fast zweitausend Jahren schon der griechische Philosoph Epiktet erkannte, der sinngemäß sagte: "Es ist nicht entscheidend was passiert, sondern die Meinung, die wir über das haben, was passiert!"

Wednesday, August 03, 2005

Vorsicht Sprachvergiftung

"Das hat mir den Genickschuss gegeben", beschrieb eine Trainerkollegin vor einigen Tagen eine geschäftliche Enttäuschung. Hmm, ich riet ihr zunächst, gut auf ihre Sprache aufzupassen, schließlich ist man nach einem Genickschuss normalerweise ziemlich tot. Wenn nicht physisch, dann psychisch.
Wir sind heute sehr sensibilisiert für alle möglichen Arten von Umweltverschmutzung. Und das ist gut so. Wir sollten aber der sprachlichen Inweltverschmutzung mindestens dieselbe Aufmerksamkeit schenken. Oder glauben wir wirklich, dass die Begriffe, die wir verwenden und die Metaphern mit denen wir die Welt in der wir leben, die Menschen und uns selbst beschreiben für uns und unsere Familien, Betriebe und Organisationen folgenlos bleiben?

Monday, August 01, 2005

Installing Love

Eine Kollegin und Leserin meiner Website, Frau Weigmann-Bates aus Nettetal, (www.keytrainings.de) hat mir gestern die folgende, wunderbare Anekdote zugesandt. Ich finde, dass sie auch im Sinne der Stressbewältigung sehr viel Weisheit enthält und deswegen sehr gut hierhin passt. Aber lesen Sie selbst.

INSTALLING LOVE
Tech Support: Yes, ... how can I help you?
Customer: Well, after much consideration, I've decided to install Love. Can you guide me through the process?
Tech Support: Yes. I can help you. Are you ready to proceed?
Customer: Well, I'm not very technical, but I think I'm ready. What do I do first?
Tech Support: The first step is to open your Heart. Have you located your Heart?
Customer: Yes, but there are several other programs running now. Is it okay to install Love while they are running?
Tech Support: What programs are running ?
Customer: Let's see, I have Past Hurt, Low Self-Esteem, Grudge and Resentment running right now.
Tech Support: No problem, Love will gradually erase Past Hurt from your current operating system. It may remain in your permanent memory but it will no longer disrupt other programs. Love will eventually override Low Self-Esteem with a module of its own called High Self-Esteem. However, you have to completely turn off Grudge and Resentment. Those programs prevent Love from being properly installed. Can you turn those off ?
Customer: I don't know how to turn them off. Can you tell me how?
Tech Support: With pleasure. Go to your start menu and invoke Forgiveness. Do this as many times as necessary until Grudge and Resentment have been completely erased.
Customer: Okay, done! Love has started installing itself. Is that normal?
Tech Support: Yes, but remember that you have only the base program. You need to begin connecting to other Hearts in order to get the upgrades. Customer: Oops! I have an error message already. It says, "Error - Program not run on external components ." What should I do?
Tech Support: Don't worry. It means that the Love program is set up to run on Internal Hearts, but has not yet been run on your Heart. In non-technical terms, it simply means you have to Love yourself before you can Love others. Customer: So, what should I do?
Tech Support: Pull down Self-Acceptance; then click on the following files: Forgive-Self; Realize Your Worth; and Acknowledge your Limitations. Customer: Okay, done.
Tech Support: Now, copy them to the "My Heart" directory. The system will overwrite any conflicting files and begin patching faulty programming. Also, you need to delete Verbose Self-Criticism from all directories and empty your Recycle Bin to make sure it is completely gone and never comes back. Customer: Got it. Hey! My heart is filling up with new files. Smile is playing on my monitor and Peace and Contentment are copying themselves all over My Heart. Is this normal?
Tech Support: Sometimes. For others it takes awhile, but eventually everything gets it at the proper time. So Love is installed and running. One more thing before we hang up. Love is Freeware. Be sure to give it and its various modules to everyone you meet. They will in turn share it with others and return some cool modules back to you.
Customer: Thank you, God.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Liebe-Programm ohne größere Abstürze installiert haben,

Ihr/Euer Markus Frey